Andreas Wolf erhält Dieter-Möhl-Medaille

Andreas Wolf erhielt eine Dieter-Möhl-Medaille 2021 für „seine Pionierarbeit bei der Verwendung von Niederenergie-Elektronenkühlern in überlagerten Elektronenstrahlen für Untersuchungen in der Atom- und Molekülphysik“.

Die Dieter-Möhl-Medaille ist ein von CERN gesponserter Preis, „um die Beiträge unserer Kollegen zu würdigen, die im Bereich der Teilchenstrahlkühlung arbeiten“. Seit 2013 werden die Medaillen alle zwei Jahre auf den COOL-Konferenzen in zwei Kategorien verliehen. Die diesjährige COOL'21 fand im virtuellen Modus statt. Namenspatron Dieter Möhl war Physiker am CERN und eine treibende Kraft hinter dem CERN-Programm für Antiprotonen niedriger Energie.

Nach dem Physikstudium an der TU Berlin ging Andreas Wolf zur Promotion an die Universität Karlsruhe/CERN. Danach war er als PostDoc am Forschungszentrum Karlsruhe/CERN tätig und wechselte 1993 als Hochschulassistent an die Universität Heidelberg, wo er sich bereits 1992 habilitiert hatte. Seit 1997 ist er Wissenschaftler am MPI für Kernphysik und seit 1998 Außerplanmäßiger Professor an der Universität Heidelberg.

Andreas Wolf arbeitete über viele Jahre in der Atom- und Molekülphysik mit überlagerten Ionen- und Elektronenstrahlen in Ionenspeicherringen, eine Anwendung der Technik der Elektronenkühlung. Diese Arbeiten zur Atomphysik wurden insbesondere am TSR mit seinem Elektronenkühler am Max-Planck-Institut für Kernphysik durchgeführt. Zu Beginn konzentrierte er sich auf die damals kaum erforschte dielektronische Rekombination von atomaren Ionen. Darüber hinaus leitete er den Bau eines Photokathoden-Elektronenkühlers für den TSR, mit dem Rekord-Energieauflösungen für resonante Rekombinationsstudien mit atomaren und molekularen Ionen erreicht wurden. Ein spezieller Detektor für die Abbildung molekularer Rekombinationsereignisse etablierte den Elektronenkühler als Instrument für chemisch-physikalische Studien zur Analyse der dissoziativen Rekombinationsreaktion in polyatomaren Molekülen. Seit 2004 hat er auch den Bau des kryogenen Speicherrings CSR am MPIK stark vorangetrieben, der als einzige solcher Anlage mit einem Elektronenkühler ausgestattet ist. Der Elektronenkühler macht den CSR zu einem einzigartigen Instrument für chemisch-physikalische Studien unter Bedingungen wie im interstellaren Raum, wo bei einer Temperatur von wenigen Kelvin binäre Elektronenreaktionen mit rotationskalten Molekülionen eine wichtige Rolle spielen.


Kontakt

Apl. Prof. Dr. Andreas Wolf
Tel.: +49 6221 516-503
E-Mail: andreas.wolfmpi-hd.mpgde


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