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24.05.2019:
Erster Einsatz der CHEC-S-Kamera erfolgreich

Die CHEC-S-Kamera im Labor.

Der Kameraprototyp „CHEC-S“ für die kleinen Tscherenkow-Teleskope von CTA mit Haupt- und Sekundärspiegel kam Ende April zu seinem ersten Einsatz. Nach dem Einbau in das „ASTRI-Horn“-Teleskop am Ätna in Sizilien war die Kamera sofort einsatzbereit und beobachtete ihre ersten Teilchenschauer. Ohne Nachjustieren der Teleskop-Optik waren die Bilder klar und scharf. Ausgiebige Tests zeigten, dass die Kamera funktioniert wie sie soll und hervorragend zu diesem Teleskoptyp passt.

Der Teleskop-Prototyp ASTRI-Horn, entwickelt unter der Leitung des italienischen Istituto Nazionale di Astrofisica, steht an der astronomischen Beobachtungsstation Serra La Nave am Ätna und wurde zuvor schon mit einem anderen Kameratyp erprobt. „Der Einbau von CHEC-S verlief vollkommen problemlos, und die ASTRI- und CHEC-Teams arbeiteten effizient zusammen“, freut sich Richard White vom MPIK und Projektleiter von CHEC. „Und es war nicht erforderlich, die Optik des Teleskops an die neue Kamera anzupassen.“

Gleich am nächsten Tag sah die Kamera ihr erstes Licht. Die Bilder der Teilchenschauer waren klar und scharf. Das Auflösungsvermögen des Teleskops erwies sich als ausgezeichnet zur Pixelgröße von CHEC-S passend. Überwiegend stammte das während der zweiwöchigen Erprobungsphase eingefangene Tscherenkowlicht von kosmischer Teilchenstrahlung, aber es gelangen auch Beobachtungen von Gammaquellen. Dabei testete das Team ausgiebig alle Funktionen der Kamera.

CHEC-S ist mit 2048 Pixeln aus Silicium-Lichtsensoren bestückt, die es ermöglichen, nicht nur wie bisherige Tscherenkow-Kameras Bilder, sondern auch Filme der Teilchenschauer mit einer zeitlichen Auflösung von einer Nanosekunde aufzunehmen. So ist unmittelbar zu erkennen, aus welcher Richtung das Tscherenkowlicht kam. Außerdem erfasst die Kamera den Teilchenschauer über seinen gesamten Verlauf. „Die über die Kamera wandernden Einzelbilder sehen nahezu exakt so aus wie von Simulationsrechnungen vorhergesagt“, stellt Richard White zufrieden fest.

In einer weiteren Testkampagne im Juni soll noch überprüft werden, wie die Kamera bei Mondlicht arbeitet. Außerdem ist geplant, CHEC-S mit Silicium-Lichtsensoren neuester Technologie auszurüsten. Unter der Leitung des MPIK wird die Compact High Energy Camera von einem internationalen Konsortium entwickelt. Das Vorgängermodell CHEC-M war bereits mit einem anderen Teleskop-Prototyp („GCT“) erfolgreich getestet worden.

Das Cherenkov Telescope Array (CTA) wird Teleskope in drei Größen umfassen: mittelgroße (Spiegeldurchmesser 12 m) für den Energiebereich von 100 GeV bis 10 TeV, große (23 m) für niedrigere Energien und kleine (4 m) für höhere Energien bis 300 TeV. Letztere sind nur für den Südstandort in Chile vorgesehen: 70 Stück, verteilt über mehrere Quadratkilometer. So sollen möglichst viele der seltenen höchstenergetischen Gammastrahlen erfasst werden.

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 News release by CTA

04.12.2015: Teleskop-Prototyp für CTA sieht kurz vor der Einweihung sein erstes Tscherenkow-Licht

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Kontakt:

Dr. Richard White
Tel.: 06221 516141
E-Mail:  richard.white(at)mpi-hd.mpg.de

Prof. Dr. Jim Hinton
Tel.: 06221 516140
E-Mail:  jim.hinton(at)mpi-hd.mpg.de

Max-Planck-Gesellschaft

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