„Feuerbälle“ am CERN als Modell für kosmische Plasma-Jets aus Blazaren

Ein internationales Wissenschaftler-Team hat unter Federführung der Universität Oxford am Super Proton Synchrotron des CERN weltweit erstmalig Plasma-"Feuerbälle" erzeugt, um die Stabilität der von Blazaren ausgehenden Plasma-Jets zu untersuchen. Der Aufbau und die Datenaufnahme des Experiments wurde von Thibault Vieu aus der Gruppe um Brian Reville am MPIK unterstützt. Beide trugen darüber hinaus zur astrophysikalischen Interpretation innerhalb dieser Arbeit bei. Die im Journal PNAS der National Academy of Sciences of the United States of America publizierten Ergebnisse könnten ein neues Licht auf ein langjähriges Rätsel über verborgene Magnetfelder und fehlende Gammastrahlen im Universum werfen.


Originalpublikation:

Suppression of pair beam instabilities in a laboratory analogue of blazar pair cascades
Charles D. Arrowsmith, Francesco Miniati, Pablo J. Bilbao, Pascal Simon, Archie F. A. Bott, Stephane Burger, Hui Chen, Filipe D. Cruz, Tristan Davenne, Anthony Dyson, Ilias Efthymiopoulos, Dustin H. Froula, Alice Goillot, Jon T. Gudmundsson, Dan Haberberger, Jack W. D. Halliday, Tom Hodge, Brian T. Huffman, Sam Iaquinta, G. Marshall, Brian Reville, Subir Sarkar, Alexander A. Schekochihin, Luis O. Silva, Raspberry Simpson, Vasiliki Stergiou, Raoul M. G. M. Trines, Thibault Vieu, Nikolaos Charitonidis, Robert Bingham and Gianluca Gregori
PNAS, Volume 122, e2513365122 (November 2025). DOI: pnas.2513365122 


Weblinks:

Forschungsmeldung der Universität Oxford (Englisch)

Gruppe ‚Theorie astrophysikalischer Plasmen‘ am MPIK

Kontakt

Dr. Brian Reville
MPI für Kernphysik
Tel.: +49 6221 516 589

Dr. Thibault Vieu
MPI für Kernphysik
Tel.: +49 6221 516 584


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Renate Hubele / PD Dr. Bernold Feuerstein
Tel.: +49 6221 516-651 / +49 6221 516-281


Im Herzen einer aktiven Galaxie erzeugt Materie, die auf ein supermassives Schwarzes Loch zufällt, Plasmastrahlen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit. Diese gelten als Quelle intensiver Gammastrahlung. Weist der Strahl in Richtung Erde, spricht man von einem Blazar. Grafik: NASA/Goddard Space Flight Center Conceptual Image Lab https://svs.gsfc.nasa.gov/20135/