Teleskop am Helmholtz-Gymnasium in Heidelberg


Momentan befassen wir uns mit der Wartung und Instandsetzung eines Teleskops auf dem Dach des  Helmholtz-Gymnasium in Heidelberg/Rohrbach. Hierzu ein paar Bilder:

Helmholtz-Gymnasiums in Heidelberg


 Foucaultsches Pendel

Die  kardanische Aufhängung mit linearem Lager zum isolierten Aufhängen der Kugel, die Kugel (Gewicht ca. 80kg), das Zifferblatt sowie alle anderen Bauteilen wurden in der Ausbildungswerkstatt über mehrere Jahre hinweg gefertigt und in ihren Eigenschaften und Funktionen verbessert.

Die Besonderheit dieses Foucaultsches Pendels ist folgende:

In Zusammenarbeit mit der Ausbildungswerkstatt Elektronik und der Ausbildungswerkstatt Feinwerkmechanik wurde eine Spule gewickelt. Diese Spule liegt im Zentrum unter dem Zifferblatt und sorgt dafür, dass die Kugel fortwährend weiterläuft.

Die dazugehörige Ansteuerung wurde von der Ausbildungswerkstatt Elektronik entworfen und gebaut.

In der ca. viermonatigen Versuchsphase wurde die Steuerung justiert, so dass eine momentane Abweichung von weniger als 2°/24h (dies entspricht ca. 10 Minuten pro Tag) garantiert erreicht ist. Somit liefert dieses Foucaultsches Pendel nicht nur den Nachweis der Erdrotation sondern dient auch der Zeitmessung. Diese Eigenschaft verleiht diesem Pendel seine Einzigartigkeit! 

Das Pendel kann gerne vor Ort in Heidelberg im Helmholtz-Gymnasium betrachtet werden.

 

Von Thomas Seiler

Heidelberg. „Die Pracht des Sternenhimmels und die Neugier auf kosmologische Prozesse stehen für viele Schüler am Anfang für ein dauerhaf-tes Interesse an naturwissenschaft-lich-technischen Fragestellungen!“ Mit dieser Feststellung stand Richard Preis, der Leiter des Astronomischen Lehrzentrums (ALZ) Heidelberg, das am Helmholtz-Gymnasium beheimatet ist, nicht alleine, zumal die astronomische Sichtweise „immer global vernetztes Denken“ fördert. Dass dies jetzt sogar noch besser gelingt, zeigt sich an zwei Innovationen des 1981 gegründeten Lehrzentrums.

Zum einen entstand in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut(MPI)  für Kernphysik und der Stadt ein neues vierzehn Meter hohes Heidelberger Foucault-Pendel, das die Rotation der Erde für alle Betrachter täglich sichtbar macht und sich seit über drei Jahren ununterbrochen bewegt. Das Vorgänger-Modell musste immer wieder angestoßen werden, um als Unterrichtsinstrument zur Messung des Heidelberger Längengrads und der lokalen Fallbeschleunigung zu dienen. Auf der anderen Seite erleben die Schüler dank des Engagements der Stadt eine vollkommen andere Veranschaulichung komplexer Vorgänge am Sternenhimmel im Schulplanetarium. Der Projektor besteht jetzt aus einem Full-HD auflösenden Beamer mit Fisheye-Objektiv und einem Rechner, auf dem ein an das bekannte Planetariumsprogramm Stella-rium angelehntes Programm installiert ist. Der Clou aus der Sicht von Preis: Die weltweite Vernetzung mit anderen kleinen Planetarien sowie die ausgeweitete Kooperation mit dem Planetarium Mannheim und dem Haus der Astronomie, nicht zuletzt auch die simulierte Vorwegnahme von Abläufen am Sternenhimmel wie die partielle Sonnenfinsternis am 20. März oder die totale Mondfinsternis am 28. September, und das sogar von verschiedenen Orten der Erde oder von anderen Himmelkörpern aus.

  All das untermauert, so Schulleiter und Mitbegründer des Lehrzentrums Siegfried Zedler, die „einzigartige Einrichtung zur Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung sowie der Unterstützung der Didaktik und Unterrichtspraxis der Schulastronomie“. Gerade weitere Großgeräte wie Weltzeituhr, Äquationsuhr oder das Teleskop der Schulsternwarte gehen auf Männer der ersten Stunde wie Werner Schmitt von der Stadt, Norbert Schlicksupp und Gerhart Schneider vom Max-Planck-Institut oder auch Jobst Deubner vom „Helmholtz“ zurück, betonte der Direktionsbevollmächtigte des MPI für Kernphysik Günter Sparn. Dass jene Initiatoren engagierte Nachfolger fanden, führte er auch auf „Freiräume“ in den jeweiligen Institutionen zurück, „die es erlauben, Ideen vorzutragen und Initiativen zu deren Umsetzung zu starten und diese auch gefördert zu bekommen“, dies alles ehrenamtlich und oft nach Feierabend. Vom Erfolg dieses „vernetzten Gebildes“ zeigte sich Oberbürgermeister Eckart Würz-ner ebenfalls „hellauf begeistert“. Dieser „Weg in die Professionalität“ zeigte sich aus seiner Sicht aus darin, dass am ALZ Astronomiekurse der Kinderakademie, Arbeitsgemeinschaften, Volkhochschulkurse, Oberstufenkurse für sämtliche Heidelberger Schüler sowie Führungen und Lehrerfortbildungen stattfinden.

 

Max-Planck-Gesellschaft

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